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Javaneraffe

Tierbeobachtungen

Sinnbildlich für die biologische Vielfalt Vietnams stehen die Primaten, die mit 26 Arten in den Wäldern des Landes vorkommen; drei Arten davon sind hier endemisch.

Plumploris

Einordnung

Plumploris sind nachtaktive Baumbewohner. Tagsüber schlafen sie auf Ästen oder im dichten Pflanzenwuchs zusammengerollt; in der Nacht begeben sie sich auf Nahrungssuche. Ihre Bewegungen sind langsam und bedächtig, selten sieht man sie am Boden. Die Gliedmaßen sind kräftig, die Daumen und ersten Zehen sind opponierbar, die zweiten Finger der Hände sind zurückgebildet. Diese Modifikationen ermöglichen einen kräftigen, kaum zu lösenden Griff um die Äste.
Plumploris leben weitgehend einzelgängerisch. Die Männchen markieren ihr Revier mit Urin und reagieren aggressiv auf andere Männchen. Das Territorium eines Männchens kann sich jedoch mit dem mehrerer Weibchen überlappen.
Plumploris sind Allesfresser, die hauptsächlich Früchte und Insekten und manchmal auch Baumsäfte zu sich nehmen. Weitere Bestandteile ihrer Ernährung sind kleine Wirbeltiere, Eier und diverse Pflanzenteile. Bei der Jagd schleichen sie sich mit ihren bedächtigen Bewegungen an die Beute heran, um sie dann blitzartig einzufangen.
Obwohl Plumploris zu den wenigen giftigen Säugetieren (Drüse am Arm) zählen, werden sie in Vietnam intensiv bejagt. Menschen in Südostasien verbinden eine Reihe von abergläubischen Vorstellungen mit den Plumploris; teilweise werden sie auch zu Haustieren gemacht oder gegessen.
Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources; deutsch „Internationale Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen“) schätzt, dass in den letzten 24 Jahren (drei Generationen) die Gesamtpopulation um mehr als 30 % zurückgegangen ist und listet die Arten als „gefährdet“ (vulnerable).

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Makaken

Einordnung

Makaken sind mittelgroße, tagaktive Primaten mit stämmigem Körper und kräftigen Gliedmaßen. Ihr dichtes Fell ist meist graubraun gefärbt. Die Gesichter sind haarlos und haben eine nach vorne ragende Schnauze.
Makaken leben in Gruppen, deren Größe von zehn bis über 100 Tiere reichen kann. Gruppen bestehen meist aus drei- bis viermal so vielen Weibchen wie Männchen, daneben gibt es auch reine Männergruppen. Innerhalb der Gruppe bestehen Hierarchien sowohl innerhalb der Männchen als auch innerhalb der Weibchen. Junge Männchen müssen nach dem Eintreten der Geschlechtsreife ihre Gruppe verlassen, während junge Weibchen bleiben. Das Territorialverhalten ist nicht sehr ausgeprägt, manchmal suchen mehrere Gruppen nebeneinander nach Nahrung. Eine Vielzahl von Lauten und die gegenseitige Fellpflege dienen der Kommunikation und Interaktion.
Wie die meisten Meerkatzenartigen sind Makaken Allesfresser, sie bevorzugen jedoch pflanzliches Material. Früchte machen bei vielen Arten den Hauptbestandteil der Nahrung aus, zusätzlich verzehren sie auch Blätter, Samen und Blüten. Gelegentlich nehmen sie auch tierische Kost wie Insekten, Vogeleier, Krebstiere und kleine Wirbeltiere zu sich.

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Schlankaffen

Einordnung

Die in ganz Südostasien vorkommende Primatengattung der Haubenlanguren (oder Lutungs) beinhaltet ca. 20 Arten. In Vietnam leben 8 dieser Arten; 2 davon sind in Vietnam endemisch (Delacour-Schwarzlangur & Goldkopflangur).
Haubenlanguren sind eher schlank gebaute Affen mit langem Schwanz. Die Fellfärbung variiert je nach Art von schwarz über grau bis orangegelb. Viele Arten haben Fellzeichnungen und eine hellere Unterseite, die Haare auf dem Kopf sind oft zu einer Art Haube aufgerichtet. Ihre Arme sind im Vergleich zu den Füßen sehr kurz und der Daumen ist verkleinert.
Haubenlanguren sind tagaktive Waldbewohner: Ihr bevorzugter Lebensraum sind immerfeuchte, tropische Regenwälder, gelegentlich auch tiefergelegene Gebirgswälder. Hier finden sie ihre bevorzugte Pflanzennahrung aus Blättern, Früchten und Knospen.
Sie leben in territorialen Gruppen von fünf bis 20 Tieren, meistens in Haremsgruppen aus einem Männchen und mehreren Weibchen. Junge Männchen müssen bei Erreichen der Geschlechtsreife ihre Geburtsgruppe verlassen und schließen sich manchmal mit anderen Männchen zu reinen Männergruppen zusammen. Übernimmt ein neues Männchen einen Harem, tötet es oft die Kinder der Gruppe.

Der Goldkopflangur (Trachypithecus poliocephalus) lebt ausschließlich auf der Insel Cat Ba in der Halongbucht Vietnams, weshalb er auch als Cat-Ba-Langur bezeichnet wird. Illegale Jagd auf die seltenen Affen hatte den Bestand auf nur noch 53 Tiere im Jahr 2001 dezimiert. Zudem leben die verbliebenen Languren in isolierten Teilpopulationen. Aus diesem Grund wurde der Goldkopflangur von der IUCN als eine der am stärksten von Ausrottung bedrohten Primatenarten der Welt eingestuft.
Es gibt keine Anzeichen dafür, dass diese Langurenart jemals auf dem Festland gelebt hat. Wissenschaftler nehmen deshalb an, dass die Languren bereits vor langer Zeit in die Cat-Ba-Region einwanderten, spätestens vor Ende der letzten Eiszeit. Danach verwandelte die weltweite Gletscherschmelze und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels die ehemalige Gebirgslandschaft Ha Long in einen Archipel, und Cat Ba wurde vom Festland abgetrennt.
Der Goldkopflangur ist ebenso wie seine nächsten Verwandten in Nordvietnam und Südchina spezialisiert auf das Leben in einer Karstlandschaft und in Kalksteinwäldern. Ganzjährig suchen sie zum Schlafen Spalten und Höhlen in den schroffen Karsthängen auf. Wissenschaftler vermuten, dass die Höhlen den Tieren Schutz vor ungünstigen Wetter- und Temperaturbedingungen bieten. Eine Goldkopflanguren-Gruppe besitzt bis zu zwölf verschiedene Schlafplätze. Die Gruppe bleibt ein bis zwei Tage und zieht dann weiter zur nächsten Übernachtungsmöglichkeit.
Zwar wurde das Verbreitungsgebiet der Art 1986 als Nationalpark ausgewiesen (Cat Ba-Nationalpark); dies konnte jedoch nicht verhindern, dass sich der Bestand weiter reduzierte. Hauptursache für den Bestandsrückgang ist Wilderei, neben land- und forstwirtschaftlicher Nutzungsintensivierung im Lebensraum der Tiere. Gejagt werden Goldkopflanguren hauptsächlich für die traditionelle Medizin, um den so genannten Affenbalsam (Knochengelatine) herzustellen.

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Kleideraffen

Einordnung

Noch vor wenigen Jahren wurden alle Tiere dieser Gattung einer Art zugerechnet. Erst 1997 wurde mit der Entdeckung des Grauschenkligen Kleideraffens die Unterscheidung in drei Arten vorgenommen.
Allen drei Arten gemeinsam sind der graue Körper und der weiße Schwanz. Unterschieden werden die Arten jedoch hinsichtlich der Färbung der Arme und Beine, die manchmal ein strumpfähnliches Aussehen hervorruft. Ebenfalls auffallend farbig sind die männlichen Geschlechtsorgane, der Penis ist knallrot und der Hodensack weiß oder blau. Kleideraffen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 61 bis 76 cm, der Schwanz wird ebenso lang wie der Körper.
Die tagaktiven Kleideraffen sind typische Waldbewohner, die sich überwiegend in den Bäumen aufhalten. Dort finden sie ihre Nahrung – bestehend aus Blättern und Früchten. Gefundene Nahrung wird innerhalb einer Gruppe großzügig geteilt.
Es gibt Gruppen von bis zu 50 Tieren, die sich aus einem oder mehreren Männchen, doppelt so vielen Weibchen und einigen Jungtieren zusammensetzen. Die Männchen führen die Gruppe und halten nach Fressfeinden Ausschau. Im Falle einer Bedrohung schreien und hüpfen sie auf den Ästen, um den Weibchen und Kindern die Flucht zu ermöglichen.
Als reiner Waldbewohner leidet die Kleideraffenpopulation noch heute an den im Vietnamkrieg eingesetzten Entlaubungsmitteln und an der generellen Rodung der Wälder. Die IUCN listet alle drei Arten als „stark gefährdet“ (endangered).

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Vietnam

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Stumpfnasenaffen

Einordnung

Als Tonkin (vietnamesisch: Nordgrenze) wird der nördlichste Teil von Vietnam bezeichnet. Genau hier, in den Provinzen Tuyen Quang und Bac Can, leben in den ursprünglichen Monsunwäldern in einem rund 100 km² großen Gebiet die letzten Vertreter dieser Art. Die IUCN schätzt die Gesamtpopulation auf weniger als 200 Tiere und listet die Art als „vom Aussterben bedroht“ (critically endangered). Damit zählen Tonkin-Stumpfnasen zu den bedrohtesten Primatenarten der Welt. Hauptursachen dafür sind die fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraums und die Bejagung.
Tonkin-Stumpfnasen sind tagaktive Baumbewohner. Sie leben in Haremsgruppen zusammen, das heißt ein Männchen, mehrere Weibchen und der dazugehörige Nachwuchs. Die durchschnittliche Gruppengröße beträgt 15 Tiere. Die übrigen Männchen bilden oft sogenannte Junggesellengruppen. Einzelne Gruppen schließen sich häufiger zu größeren Verbänden zusammen.
Die Nahrung dieser Affen besteht aus Blättern, Früchten und Samen, die Zusammensetzung der Nahrung variiert aber jahreszeitenbedingt. So dürften Blätter im Frühling und Früchte im Herbst den Hauptanteil der Nahrung bilden.

Schopfgibbons

Einordnung

Sechs der sieben bis heute bekannten Schopfgibbon-Arten kommen in Vietnam vor.
Schopfgibbons haben das nordöstlichste Verbreitungsgebiet aller Gibbons. Der Mekong bildet die westliche Grenze ihres Verbreitungsgebietes.
Die Tiere sind wie alle Gibbons tagaktiv und leben in Familiengruppen, die sich aus einem Männchen, einem Weibchen und einem bis drei Jungtieren zusammensetzen. Sie sind Baumbewohner, die sich mittels Schwinghangeln geschickt im Geäst vorwärtsbewegen. Die Gruppen bewohnen feste Territorien mit 30 bis 40 Hektar Größe. Wie fast alle Gibbonarten produzieren diese Tiere Duettgesänge, die der Markierung des Reviers und der Kontaktaufnahme zu den übrigen Familienmitgliedern dienen. Diese Gesänge sind verglichen mit anderen Gibbonarten jedoch relativ einfach und gleichförmig.
Die Nahrung der Schopfgibbons besteht vorwiegend aus Früchten, daneben nehmen sie auch Blätter, Blüten und manchmal Insekten zu sich.
Wie alle Gibbons leben auch die Schopfgibbons in tropischen Regenwäldern. Die Zerstörung dieser Lebensräume und die Jagd gefährden das Überleben der letzten Schopfgibbons.

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